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Farben und ihre Wirkung

Jede Farbe hat ihre eigene Wirkung auf den Betrachter. Eine falsche Farbauswahl kann sogar, im schlimmsten Fall, zu der Reaktion beim Surfer führen, die Site zu verlassen. Es ist daher wichtig, im Vorfeld abzuklären, was mit der Gestaltung zum Ausdruck gebracht werden soll.

Bedeutung und Eigenschaft:

Rot:

  • Bedeutung: Blut, Liebe, Leidenschaft, Feuer, Macht, Sieg, Leben, Revolution, Signalfarbe (Gefahr), Aggression, Verbot
  • Eigenschaft: anregend, aktiv, strahlend, nah, warm, warnend, aufreizend, laut

Gelb:

  • Bedeutung: Sonne, Licht, Sommer, Heiterkeit, Göttliches, Glanz
  • Eigenschaft: hell, frisch, anregend, heiter, optimistisch

Blau:

  • Bedeutung: Eis, Kälte, Himmel, Ferne, Sehnsucht, Wasser, Ruhe, Treue, Unendlichkeit
  • Eigenschaft: frisch ruhig, kühl, eisig, fern, erweiternd, friedlich, beruhigend

Violett:

  • Bedeutung: Trauer, Tugend, Würde, Glauben, Demut, Entsagung, Schutz, Spannung, Meditation
  • Eigenschaft: dunkel, schwer, verhalten, feierlich, würdevoll, geheimnisvoll, beunruhigend

Orange:

  • Bedeutung: Sommer, Glück, Ehrgeiz, Stolz, Südfrüchte, Wärme, Behaglichkeit, Sinnlichkeit, Reife, Glut, Aktivität, Lust, Freude
  • Eigenschaft: signalhaft, warm, aktiv, dynamisch, energisch, sonnig, vordergründig, sinnlich, heiter, anregend

Grün:

  • Bedeutung: Hoffnung, Natur, Erneuerung, Erotik, Dekadenz
  • Eigenschaft: frisch, heilen, regenerierend, ausgleichend, ruhig, frei, offen

Braun:

  • Bedeutung: Boden, Holz, Erde, Laub, Geborgenheit, Bodenständigkeit
  • Eigenschaft: warm, drückend, schwer, vordergründig, gemütlich, geborgen

Grau:

  • Bedeutung: Armut, Angst, Bedrückung, Trübsinn, Hunger, Trauer, Zwang, Alter, Unterordnung, Pessimismus, Gleichgültigkeit
  • Eigenschaft: neutral, spannungslos, trist, unfruchtbar, ausdruckslos

Schwarz:

  • Bedeutung: Angst, Trauer, Nacht, Tod, Böses
  • Eigenschaft: bedrohend, ernst, dunkel, traurig, schwer

Weiß:

  • Bedeutung: Reinheit, Unschuld, Kälte, Übernatürliches, Offenheit, Frieden
  • Eigenschaft: kühl, hell, leicht, leuchtend, steril, vergrößernd
Farbempfinden:
Warme Farben:

Die Farben Gelb, Orange, Rot werden als warme Farben - aber auch als Erd- oder Gewürzfarben - bezeichnet. Man findet sie unter anderem im Herbstlaub auf Getreidefeldern, die kurz vor der Ernte stehen, oder auch in der Sonne. Sie werden als angenehm empfunden und werden eingesetzt, wenn Gefühle erzeugt oder ausgedrückt werden sollen. Sie haben eine anregende, aktive Wirkung.

Kalte Farben:

Blau, Violett, Grün Palette werden als kalt empfunden. Diese Farben kommen unter anderem im Meer, im Himmel, oder einer Wiese vor und wirken eher beruhigend und passiv.

Neutrale Farben:

Die Farben Weiß, Grau, Schwarz werden als neutral bezeichnet. Sie wirken sachlich, klar und wenig abwechslungsreich.

Farbperspektive:

Nicht nur mit Linien, sondern auch mit genau kalkuliertem Einsatz von Kontrasten kann eine perspektivische Wirkung erzeugt werden. Warme und bunte Farben drängen sich in den Vordergrund, wohingegen sich helle Farben in dunkler Umgebung in den Hintergrund stellen. In der Malerei werden diese Kenntnisse benutzt, um eine Tiefenwirkung zu erzeugen. Eine weitere Möglichkeit, ist die "Verblauung" von warmen zu kalten Farben, oder auch die Trübung von leuchtenden zu trüben Farben.

Farbharmonie:

Harmonie zwischen den Farben entsteht, wenn sie eine bestimmte Beziehung zueinander haben. Diese Beziehungen und Ordnungen können anhand des Farbkreises (siehe Farben/Theorie) abgelesen werden. Es wird dabei in zwei Arten von Harmonien unterschieden: die Ähnlichkeits- und die Kontrastharmonie. Bei der Ähnlichkeitsharmonie gibt es einen gemeinsamen Ordnungsfaktor, in dem sich alle Farben einordnen, z.B kalte und warme Farben. Die Kontrastharmonie wirkt durch die Unterschiedlichkeit der Farben.

Winkelharmonien:

Diese entstehen durch eine Anordnung in einem bestimmten Winkel im Farbkreis zueinander. Sie bilden ein ausgewogenes, sich im Gleichgewicht befindliche System. Die einfachste Winkelharmonie besteht aus zwei Farben, die sich komlpementär in einem Winkel von 180° gegenüber stehen. Wobei eine Abweichung von bis zu 20° vom Betrachter toleriert wird.

Spaltet man nun eine dieser zwei Farben in zwei Farbnuancen, die sich zu gleichen Teilen aus der Grundfarbe der gespaltenen Farbe bilden, entsteht eine Dreierharmonie. Gelangen wir dabei auf eine Winkelung von 120°, ist der entstehende Eindruck besonders stark.

Teilen wir stattdesssen allerdings beide Farben der Zweierharmonie, entsteht eine Viererharmonie. Sie entspricht am ehesten den heutigen Sehgewohnheiten. Erreicht man hierbei eine Winkelung von 90°, entstehen zwei Komplementärpaare mit der größten Entfernung zueinander. Anordnungen, die keine geschlossene Einheit bilden, oder die Abweichungen, von den idealen Winkelbeziehungen aufzeigen, können dennoch einen optischen Reiz besitzen und in ihrer Wirkung eine optische Geschlossenheit erreichen. Am Ende ist der Gesamteindruck einer Gestaltung entscheidend und nicht ihre geometrische Zuordnung im Farbkreis. Allerdings können die Winkelbeziehungen als Grundlage und Anhaltspunkt sehr von Nutzen sein.

  Winkelharmonien  
  Spektralfarben  
  entstehen durch eine Anordnung in einem bestimmten Winkel im Farbkreis zueinander  

Man erreicht eine harmonische Gestaltung ebenfalls, wenn die Farbe mit einer geringeren Sättigung eingesetzt wird, denn der Zusammenhang wir in unserem Gehirn trotzdem wahrgenommen. Erhält man eine gedämpfte Farbstimmung, so kann man diese, mit einem darauf abgestimmten Vollton wieder ausgleichen. Der Qualitätskontrast spielt hier eine große Rolle. Tipp: Je reiner eine Farbe, desto sparsamer sollte sie eingesetzt werden.

   
Letzte Aktualisierung: 10.04.2018 10:46
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